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Drohnen ermöglichen neue Geschäftsfelder

Zivile Drohnen sind weit mehr als nur ein neues Gadget für den privaten Fuhrpark: In Kombination mit autonomen Steuerungssystemen, immer effizienteren Batterien und verbesserter On-Board-Rechenleistung haben die kleinen Fluggeräte das Zeug dazu, ganze Wirtschaftsbranchen zu revolutionieren.

In der Film- und Unterhaltungsindustrie ist Letzteres längst geschehen. Transport- und Logistik-Dienstleister wie die Post und Amazon bringen die Entwicklung bereits medienwirksam auf den Weg. Doch auch Unternehmen aus anderen Bereichen – darunter Security, Telekommunikation und Agrarkultur – könnten sich mit Drohnen neue Geschäftsfelder erschließen.

 

Dass kommerziell genutzte Drohnen derzeit nicht nur bei ihren Herstellern für Aufbruchsstimmung sorgen, war auch auf der diesjährigen CeBIT deutlich spürbar. „Unbemannte Systeme zu Lande und zu Wasser haben ein unglaublich großes Business-Potenzial“, betont CeBIT-Chef Oliver Frese in einem Interview am Rande der Messe. Technologien der Digitalisierung seien mittlerweile deutlich ausgefeilter als in den vergangenen Jahren und die Einsatzmöglichkeiten „nahezu unbegrenzt“, so Frese. Als Beispiel hierfür führt er neben humanoiden Robotern die neue Generation von leistungsfähigen Drohnen an, die auf der internationalen Messe in Hannover etwa Reparatur-Flüge über einer simulierten Ölplattform ausführten.

 

„Die Palette der potenziellen Anwendungen für kommerzielle Drohnen ist breit gefächert und ihre Wirtschaftlichkeit überzeugend.“ Piotr Romanowski

Im direkten Vergleich mit bereiften Fahrzeugen und bemannten größeren Fluggeräten wie Helikoptern wird schnell klar, wie viel Potenzial die neuen drohnengestützten Systeme bieten. Sie gewährleisten ein Höchstmaß an Mobilität, arbeiten ressourcenschonend und können dank integrierter Hochleistungsrechner zudem komplexe Datenmengen erfassen und verarbeiten. Neben dem Transport von Gütern ergeben sich dadurch etwa im Bereich des professionellen Monitorings (Überwachen, Beobachten, Messen und Protokollieren) sehr konkrete und zum Teil überraschende Einsatzmöglichkeiten.

 

So kommen im Austausch mit Wirtschaftsinformatikern, die spezialisiert sind auf Informations- und Kommunikationssysteme, bereits mit Infrarotkameras bestückte Mikrodrohnen in deutschen Nationalparks zum Einsatz, um bei Nacht Tierzählungen vorzunehmen. Versicherungskonzerne testen wiederum mithilfe von Informatik-Know-how, inwiefern ihnen drohnengestütztes Monitoring Fortschritte bei der Risikoüberwachung, der Risikobewertung und dem Schadenmanagement bringen kann. Auch Sicherheitsfirmen und landwirtschaftliche Betriebe, die große Flächen bewirtschaften, erhoffen sich von den autonom fliegenden Drohnen und den neuen Möglichkeiten der Datenaufbereitung völlig neue wirtschaftliche Chancen.

 

 

„Die Palette der potenziellen Anwendungen für kommerzielle Drohnen ist breit gefächert und ihre Wirtschaftlichkeit überzeugend“, schreibt Piotr Romanowski von PwC in der internationalen Drohnen-Studie „Clarity from above“, durchgeführt von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Die Berechnungen in dem Report belegen, dass der adressierbare Marktwert für kommerzielle Drohnen-Technologie bis zum Jahr 2020 auf über 127 Milliarden Euro steigen wird. Romanowski prognostiziert: „Die Erkenntnisse aus den ersten kommerziellen Anwendungen von Drohnen-Technologie werden schon bald noch mehr Fortschritte für jeden der spezifischen Anwendungsfälle bringen.“ Wichtig hierfür sind laut dem Experten vor allem „die kombinierten Anstrengungen von akademischen Institutionen, Start-ups und Großkonzernen“, wie Beispiele anderer Technologien der Digitalisierung zeigten. PwC selbst helfe dabei etwa mit dem Drone Powered Solutions Centre of Excellence, das unlängst in Polen gegründet wurde, um weltweit Unternehmen dabei zu unterstützen, Drohnen-Technologien in ihre Geschäftsfelder zu implementieren.

 

Zuerst erschienen auf wired.de